Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Dezember über folgende Themen: ThemenCheck Medizin; Digitalisierung; EMA-Umzug; Mehr Transparenz

ThemenCheck Medizin

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat sein zweites Auswahlverfahren zum ThemenCheck Medizin gestartet (der Patientenbrief berichtete). Darin werden nun neben Patientenvertretern auch nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung zu den eingegangenen Vorschlägen gefragt. Die Themen für die nächsten HTA-Berichte, in denen medizinische Verfahren und Technologien wissenschaftlich bewertet werden, sollen Anfang 2018 feststehen. Fünf Berichte sind bereits in der Bearbeitung. So wird z. B. der Frage nachgegangen, ob eine begleitende Musiktherapie zu besseren Behandlungsergebnissen bei Krebs beitragen kann.

Digitalisierung

Eine Online-Videosprechstunde beim Arzt? Eine App, die die eigene Gesundheitsvorsorge unterstützt – oder gar der Diagnose und Therapie von Krankheiten dient? Internetportale, in denen Patienten Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten finden? Digitale Gesundheitsdienste sind auf dem Vormarsch. Die Deutsche Rheuma-Liga hat dazu nun ein Positionspapier veröffentlicht. Das Fazit: „Digitale Unterstützungsformen schreiten voran. Eine gute Sache – wenn die Bedürfnisse und Interessen der Patienten im Mittelpunkt stehen.“

EMA-Umzug

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) zieht die Europäische Arzneimittelagentur EMA von London nach Amsterdam. Das haben die Ministerinnen und Minister der EU-27 vergangenen Monat in einem mehrstufigen Auswahlprozess entschieden. Insgesamt hatten sich 19 Städte als Standort beworben. Bonn als deutscher Kandidat war bereits in der ersten Abstimmungsrunde ausgeschieden. Für die rund 900 Mitarbeiter der EMA heißt es nun Koffer packen: Viele von ihnen werden wohl mit in die Niederlande gehen. In einer Umfrage vor der Entscheidung hatten sich zwei Drittel von ihnen zu einem Umzug nach Amsterdam bereit erklärt. Die EMA ist für die wissenschaftliche Beurteilung, Überwachung und Sicherheitsüberwachung von Arzneimitteln in der EU zuständig.

Der zukünftige Sitz der EMA: Amsterdam. (© olenaznakk – fotolia)

Mehr Transparenz

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) fordert eine umfassende Informationspflicht der Krankenkassen, damit Verbraucher nicht nur Kosten, sondern auch Angebote und Services vergleichen können. „Bei der Wahl der Krankenkasse sind gute Informationen zu den Angeboten der Kasse das A und O. Bislang sind sie jedoch Mangelware“, so Kai Vogel, Gesundheitsexperte beim vzbv. Der Verband sieht sich in seiner Forderung durch die Ergebnisse einer forsa-Umfrage gestärkt: Demnach sprechen sich 78 Prozent der gesetzlich Versicherten dafür aus, dass verbindlich festgelegt wird, welche Informationen Krankenkassen zu ihren Leistungen, Service- und Beratungsangeboten veröffentlichen müssen. Der vzbv fordert außerdem die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassen.

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