Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Dezember über folgende Themen: IGES-Studie zu Patientenrechten; Pflegekosten; Themencheck Medizin; Innovationsfonds

IGES-Studie zu Patientenrechten

Drei Jahre nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes wissen viele Versicherte inzwischen in vielen Bereichen sehr gut über ihre Rechte und Pflichten Bescheid. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, CDU, vorgestellt hat. Trotzdem sieht Laumann Handlungsbedarf: So wissen nur 48 Prozent, dass bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler eine Unterstützung durch die Krankenkassen gesetzlich vorgeschrieben ist. Und nur 62 Prozent ist bekannt, dass Ärzte verpflichtet sind, über Alternativen zu einer Behandlung aufzuklären - und nicht erst nach Nachfrage durch den Patienten.


Pflegekosten

In weiten Teilen Deutschlands kostet ein Heimplatz mehr als Senioren sich leisten können. Das belegt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demzufolge übersteigt der fällige Eigenanteil für den Heimplatz in fast der Hälfte aller Städte und Kreise (44 Prozent) das durchschnittliche Haushaltbudget der über 80-Jährigen. Rechnerisch reicht die Finanzkraft vor allem in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Teilen von Baden-Württemberg und Bayern für eine Versorgung im Heim von maximal zehn Monaten. Im Norden oder Osten des Landes sind die Pflegekosten günstiger. Das geht allerdings zu Lasten des Personals: Sie verdienen deutlich weniger.

PflegekostenFür viele unerschwinglich: Ein Heimplatz übersteigt oft das Budget älterer Menschen, sagt die Bertelsmann-Stiftung. rechtefrei

Themencheck Medizin

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die ersten Bürgervorschläge für den Themencheck Medizin veröffentlicht – der GSK-Patientenbrief berichtete. Das Spektrum ist breit: „Es reicht von Therapien bei Angststörungen bis zur Ultraschallbehandlung von Myomen, von Füllungen für kariöse Zähne bis zu Spezialsaugern für Kleinkinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, von Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern bis zu Anschlussheilbehandlungen nach einem Schlaganfall“, heißt es beim IQWiG. Erste Berichte soll es voraussichtlich 2018 geben.


Innovationsfonds

Die ersten 300 Millionen Euro sind vergeben. Wie der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bekannt gab, wurde nach intensivem Beratungs- und Auswahlverfahren die Förderung von 29 Projekten zur ersten Welle der neuen Versorgungsformen und 62 Projekten zur Versorgungsforschung beschlossen. Insgesamt waren rund 700 Förderanträge mit einem Gesamtantragsvolumen von 1,7 Milliarden Euro eingegangen. Die für das Förderjahr 2016 zur Verfügung stehenden 300 Millionen Euro können somit vollständig in die Förderung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland fließen. Der G-BA will vor allem Projekte fördern, deren Umsetzung wahrscheinlich ist und die die Versorgung der Patienten nachhaltig verbessern können.

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